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| I created a book called Deutsch Stunde, that contains all of my paintings of my classmates. It also includes photographs and a flip book. The following statement is a forward to the book. VORWORT Ankunft in Deutschland In New York hatte ich als graphische Designerin
in der Abteilung für Karten und Diagramme für einen Verlag gearbeitet.
Von meinem Schreibtisch im 17ten Stockwerk in Manhattan Tagträumte
ich von meinem Umzug nach Deutschland. Darin war ich furchtlos und abenteuerlustig!
In Wirklichkeit war es dann dunkel, kalt und es schneite die ganze Zeit,
und ich wollte das Haus überhaupt nicht verlassen. Jurij bestand
aber darauf, dass ich mich für einen Sprachkurs an der Volkshochschule
anmelde. An meinem ersten Schultag nahm ich, mit viel Angst
erfüllt, die Straßenbahn in die Stadt und fand mit Mühe
meinen Weg zur Volkhochschule. Aufgrund des schlechten Wetters verkehrte
der öffentliche Nahverkehr nicht wie gewohnt und die Fahrt, die normalerweise
20 min in Anspruch nimmt, dauerte 2 Stunden. Ich kam zu spät, war
zerzaust, verschwitzt und hatte nicht die richtigen Schulbücher.
Die Lehrerin sprach nur Deutsch und ich war vollkommen aufgeschmissen.
Zwei Wochen vergingen bevor ich das Wort „Hausaufgaben“ verstand.
Aber „Hausaufgaben“ war noch nie ein Wort, das ich jemals
wirklich verstanden hatte! Obwohl es die Lehrer nicht stillschweigend duldeten,
dass sich Muttersprachler in Ihrer jeweiligen Landessrache unterhielten,
freundete ich mich schnell mit Englisch sprechenden Mitschülern an:
Marcelo aus Texas, Laeticia aus Brasilien und Samuel aus Nepal. Es war
eine Erleichterung, endlich wieder Freunde zu haben. Der Unterricht fand jeden Morgen von Montag bis
Freitag von 8:30 Uhr bis 11:30 Uhr statt. Ich bin zwar in keiner Weise
ein Frühaufsteher, aber mein geistiges Wohlergehen war gerettet,
da ich nun einen Grund hatte, jeden Morgen aufzustehen. Als nächstes
brauchte ich ein Ziel und ich musste unbedingt kreativ tätig werden.
Bevor ich nach Deutschland kam, hatte ich mich in das Studium der Porträtmalerei
vertieft. Da ich schon seit Monaten nicht mehr gemalt hatte, war ich nun
auf Entzug. Ein Ziel finden In der Schule saß ich am Ende eines Halbkreises
und hatte eine ungehinderte Sicht auf die Gesichter aller meiner Mitschüler.
Ich bestaunte die Vielfalt der Farben und Formen, ihrer Gesichtszüge,
Persönlichkeiten und die Verschiedenheit ihrer Herkunft. Was hat
uns aus den verschiedensten Ecken der Welt hier in diesem Deutschkurs
in Augsburg zusammengebracht? Ich hatte nicht erwartet, so viele verschiedene
Nationalitäten in meinem Deutschkurs vorzufinden, geschweige denn
in Augsburg oder Deutschland im Allgemeinen. Ich hatte ein Meer von großen Blonden mit
blauen Augen erwarte, nicht unähnlich meinem preußischen Freund.
Ich weiß nicht, was ich mir vorgestellt hatte, mit wem ich in meiner
Klasse zusammensitzen würde, vielleicht mit einigen Türken.
Mir haben trotzdem die paar (oder mehr) Döner Kebabs sehr gut geschmeckt,
die ich bei meinen Wanderungen durch die Stadt gegessen habe. Ich war
freudig überrascht, neben Brasilien, Ecuador, Korea, China, Japan,
Indonesien, Kongo, Somalia, Georgien, Russland, Rumänien, Schweden,
Finnland, Tunesien, Spanien, Schweiz, Australien, Nepal, Ukraine, Italien,
Iran, Thailand und Türkei zu sitzen, um nur ein paar zu nennen. Diese
Vielfalt war beruhigend; sie erinnerte mich an NYC. Es gibt so viel Unfrieden
in der Welt, aber hier in meinem Deutschkurs lachten wir zusammen –
vereinigt in dem Streben, diese schwierige Sprache zu beherrschen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich eines
Tages in Deutschland sitzen und Deutsch lernen würde. Als eine amerikanische
Jüdin hatte ich meine eigenen Vorurteile über Deutschland. Ich
wuchs mit Geschichten über den Holocaust, Elli Wiesel, Schindler’s
Liste und Anne Frank auf, hörte Deutsch nur in Filmen, wo es in harschem
Ton gesprochen wurde, hörte von Verwandten und Freunden, die in den
Lagern überlebt hatten oder verschwunden waren, hörte die Geschichten
meines Großvaters und seines Bruders, wie sie ihre Kriegsverletzungen
überlebt hatten, die sie sich in der Ardennenoffensive zugezogen
hatten. Mein Wissen über Deutschland endete 1945. Ich erfuhr Antisemitismus
am eigenen Leibe, als ich in einer von Deutschen besiedelten Gegend in
Pennsylvania aufwuchs. Als ich 18 Jahre alt war, begegnete ich Nazi Skinheads
auf Partys und in Diskos. Später habe ich dann Israel und Europa
bereist. Ich habe meine Achtung an der Klagemauer in Jerusalem erwiesen
und habe Verwandte ich Tel Aviv besucht, die aus Nazideutschland entkommen
waren, nachdem sie sich auf einem polnischen Bauernhof versteckt hatten.
Während meiner Europäischen Sommertour habe ich dann noch Auschwitz
und Birkenau in Polen besucht. Ich habe mich mit Holocaust Überlebenden
angefreundet, die noch ihre eintätowierten Nummern auf dem Arm hatten. Deutschland war für mich immer noch ein Leni
Riefenstahl Film in Schwarz-Weiß und ich hatte keinerlei Sehnsucht,
es zu besuchen. Obwohl ich nicht religiös bin, haben alle diese Erfahrungen
meine jüdische Identität gefestigt. Ich finde es schon etwas
ironisch, dass ich mich etwas mehr als 10 Jahre danach in einem Deutschen
verliebt habe und dass, ich nun in Bayern lebe und dass es mir gefällt. Meine erste Reaktion, als ich meine Klassenkameraden
sah, kam aus dem Bauch heraus. Ich dachte „wow! Was für wunderbare
Modelle für Gemälde!“ So kam ich dazu, einige meiner Klassenkameraden
zu zeichnen. Dann ließ uns unsere Lehrerin, Petra Trojanowski, eines
Tages in der Schule in unserer landeseigenen Schrift etwas an die Tafel
schreiben. Dies war eine großartige Möglichkeit, Kontakte zu
knüpfen und etwas über die Kultur von allen zu erfahren. Ich
war entzückt von der Schönheit der Kalligraphie meiner Klassenkameraden.
Ich denke, dass Teile der Persönlichkeit eines Menschen oder seines
Gefühlszustandes von seiner Handschrift abgeleitet werden können.
Ich habe mich sofort gefragt, ob ich etwas aus dem Kreidegekritzel auf
der Tafel lernen kann, obwohl es in Schriften geschrieben war, die ich
nicht kannte. Ich habe meine Zeichnungen dann dahingehend verändert,
dass ich die handschriftlichen Notizen als Teil des Portraits mit aufgenommen
habe. Als nächstes habe ich einen Vorschlag meines
Projektes bei der Volkshochschule eingereicht. Meine Idee war, Portraits
von meiner gesamten Klasse zu malen. Nachdem mein Vorschlag akzeptiert
worden war, habe ich auf Deutsch meiner Klasse das Projekt erklärt.
Ich bin mir nicht sicher, ob sie mich alle verstanden hatten, aber die
meisten erlaubten mir, sie während der 15-minütigen Pause unseres
3-stündigen Unterrichtes zu photographieren. Aufgrund der dabei herrschenden
allgemeinen Unruhe meiner Klassenkameraden, hatte ich weniger als 20 Sekunden,
um jeden Mitschüler mit meiner digitalen Point-and-Shoot Kamera zu
photographieren (ich glaube, dass die Bilder nicht die beste Arbeitsvorlage
waren, aber nachdem ich täglich drei Stunden Zeit hatte, meine Klassenkameraden
anzuschauen, waren ihr Aussehen und ihre Persönlichkeit in meinem
Gedächtnis eingebrannt). Ich habe sie gebeten, ihren Namen, warum
sie in Deutschland waren und was auch sonst immer sie sagen wollten, aufzuschreiben. Ich habe mich für ein quadratisches Format
von 80 x 80 cm entschieden, da das Gemälde in etwa Lebensgröße
haben sollte. Ich habe das quadratische Format gewählt, weil das
Quadrat für mich einen gleichen Anteil vom Ganzen darstellt. Jeder
Schüler ist, egal wer er ist, gleichberechtigt ein Teil der ganzen
Klasse. Der grüne Hintergrund auf jedem Bild stellt die Tafel mit
der Unterschrift da, die mit Kreide geschrieben ist. Ich wollte die Klassenzimmer-Umgebung
mit wenigen Hinweisen ausdrücken. Mein Ziel mit den Portraits war
es, eine Ähnlichkeit zu vermitteln und die Persönlichkeit eines
jeden Schülers sichtbar zu machen. Das Bild sollte durch seine Farben
so lebendig sein, dass man eine Verbundenheit mit jedem Schüler empfinden
und ihren Enthusiasmus teilen könnte. Ich wollte, dass man diese
Persönlichkeiten mag und Empathie für sie empfindet, so wie
ich es hatte, denn wenn man an diesen Ausländern auf der Strasse
vorbeigehten wünde, dann wären sie nur Fremde. Am Ende habe
ich 20 Schüler aus den drei Kursen, die ich 2006 besucht hatte, gemalt. Für den größten Teil des Sommers
kehrte ich nach Amerika zurück und dachte über meine Ideen und
Erfahrungen nach. Ich begann im August mit dem Malen auf dem engen Balkon
der Wohnung meines Freundes. Der Gnade des Wetters und dem Vorhandensein
von Sonnenlicht ausgeliefert, sowie aufgrund meiner eingerosteten Technik,
brauchte ich für das erste Portrait, das von Samroay, einen Monat.
Im Dezember hatte ich, dank Linda Mößner, das Glück, in
ihr Atelier in der Augsburger Puppenkiste einziehen zu können. So
brauchte ich mir nicht länger Sorgen zu machen, dass ich beim Malen
nass vom Regen werden würde. Aufgrund von so viel Training, brauchte
ich einen Tag, um dass 20ste Gemälde, das Selbstportrait, fertig
zustellen. Dann zimmerte Marcelo in Handarbeit 20 wunderbare Rahmen und
half mir, die Ausstellung zu hängen. Am zweiten März 2007 gab es an der Volkshochschule
eine Eröffnung von 4 Ausstellungen. Dies waren meine Ausstellung,
„Portraits von Teilnehmern eines vhs- Deutsch-Kurses“, zusammen
mit Michael Hinterleitner’s „Schmuck-Stücke“, Christine
Söffing’s „Rote Klänge und andere Konzerte“
und MigraNet’s „Viele Welten – Viele Fähigkeiten,
Biographien MigraNet/Tür an Tür“. Die Ausstellung ist
von März bis August 2007 zu sehen. ◊◊◊ ◊◊◊ ◊◊◊
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